#CharakterofSeptember – Persönliches

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Einige von euch haben es vermutlich (vor allem auf Facebook) bereits bemerkt: Diesen Monat findet auf vielen Autorenseiten die Aktion #CharakterofSeptember statt.[1] Dabei wird eine Buchfigur bis auf jedes Details vorgestellt. Und weil ich es nie geschafft habe, bei einem #Autorenwahnsinn teilzunehmen, nutze ich doch einfach mal die Chance und stelle euch Jonas Brand vor, Raumschiff-Kapitän der Keora in meinem Roman „Blind„.

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Am Anfang geht es um Persönliches, jeden Tag bekommt ihr hier eine neue Antwort auf eine Frage. Und weil es ja irgendwie albern wäre, wenn ich meine eigene Romanfigur interviewe, überlasse ich das lieber einem Profi: Beyza Vannier von den Dhirchat News. Wer es schafft unter all den hohen Persönlichkeit dieser Diplomaten-Kolonie nahe Chetar zu bestehen, bei dem wird sich auch Jonas nicht so leicht winden können. Wobei – zugegeben – man merkt Beyza schon etwas an, dass ihr Fokus mehr auf Boulevard als Politik liegt 😉

Im Interview: Jonas Brand, Held von Stormcoast

Es ist vor allem ein Name, der immer wieder auftaucht, wenn es um die Wiederentdeckung der Stormcoast-Kolonie geht: Jonas Brand, ehemaliger Soldat und der wohl begehrteste Junggeselle der Milchstraße. Um ihn ranken sich die Gerüchte, auch weil er zu den eher schweigsamen Helden der Galaxis zählt. Doch Beyza Vannier von den Dirchat News hat es dennoch geschafft, den Helden – oder Verräter? – von Stormcoast zu einem exklusiven Interview zu treffen.

Beyza Vannier: Es dürfte wohl kaum jemanden in der Allianz geben, der dein Gesicht nicht kennt, schließlich ist die Aufzeichnung deiner Ehrenfeier im Reyz viral gegangen. Aber wer ist der Mann hinter der großen Tat? Stell dich doch einmal unseren Lesern vor.

Jonas Brand: Gleich die ganze große Frage zu Beginn – wenn ich dir darauf antworte, worüber wollen wir dann gleich überhaupt noch reden?

Beyza: Wie wäre zumindest mit ein paar Basics? Ein paar harte Fakten zu deiner Person, die einfach jeden interessieren: Alter, Beruf … Beziehungsstatus …

Jonas: Na gut, weil du so nett fragst. (lacht) Ich wurde vor 34 Jahren auf Stormcoast geboren, habe dort jedoch keine lebenden Verwandten mehr. Mit 16 trat ich dem Militär bei, das mich vor kurzem auf eigenen Wunsch entlassen hat – so die offizielle Verlautbarung. Denn es macht sich einfach nicht gut, jemanden rauszuschmeißen, der ein paar Hundert Menschenleben gerettet hat. Und oh – Single.

Beyza: Das werden vor allem unsere männlichen Leser doch gerne hören. Nach all dem, was dir in den letzten Monaten passiert ist, kannst du noch immer positiv in die Zukunft blicken? Oder hat dich das Leben zum Pessimisten gemacht?

Jonas: Ich gebe zu, dass ich erst einmal mit dem Schlimmsten rechne, denn ich werde lieber positiv als negativ überrascht. Und seien wir doch ehrlich: Sobald eine Aktion von einem anderen Mensch… einer anderen Person abhängt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass etwas gewaltig schiefgehen wird. Denn nur die wenigsten bemühen sich, jederzeit ihr Bestes zu geben – was für gewöhnlich zu Fehlern führt, die ich dann ausbaden darf.

Beyza: (lacht) Du bist witzig.

Jonas: Das war kein Witz.

Beyza: (lacht immer noch) Sage ich ja. Und was bringt dich zum Lachen?

Jonas: Ich halte nicht viel von Witzen, die sind meist so einfach konstruiert, dass man die Pointe bereits nach den ersten Worten erraten kann. Aber der Irrsinn des Lebens, die skurrilen Zufälle, die zwangsläufig aus dem Zusammentreffen vieler Individuen entstehen, tragen oft eine tragische Komik in sich. Und da ist Lachen dann wesentlich gesünder als ein Wutausbruch.

Beyza: Ich muss zugeben, du bist wirklich kein einfacher Gesprächspartner. Wie siehst du dich selbst, also charakterlich?

Jonas: Ich bin intelligent, analytisch. Ich hasse es, Kopfüber vorzustürmen, das führt nur zu Fehlern. Und ich bin zu ungeduldig, um wegen selbstverschuldeter Schwierigkeiten immer wieder von vorne anfangen zu müssen.

Beyza: Und was würden andere über dich sagen?

Jonas: Dass ich ziemlich arrogant bin. (lacht) Aber damit kann ich leben. Es hilft, die falschen Freunde zu erkennen, und dieses Wissen lässt sich nutzen.

Beyza: Das ist als Jonas Brand? Der arrogante, intelligente Analytiker? Oder gibt es da noch einen Charakterzug, ob nun positiv oder negativ, der bisher nicht erwähnt wurde?

Jonas: Hm. Ich glaube, es gibt einige Menschen, die nun sagen würden, ich sei charismatisch, der geborene Anführer. Und das stimmt so weit, dass es mir leicht fällt, andere von mir zu überzeugen. Aber ehrlich gesagt ist das nur eine der Ausprägungen meiner Intelligenz: Ich erkenne Menschen. Ich weiß, was sie bewegt – und somit, was sie hören wollen, um jemanden sympathisch zu finden. Macht mich das zu einem geborenen Anführer? Ja – aber auch charismatisch? Das hängt dann wohl von der Definition von Charisma ab.

Beyza: Ich will ehrlich sein, das klingt weit weniger sympathisch, als du auf mich wirkst. Und ich kann mir vorstellen, dass das nicht das erste Mal ist, das du sowas hörst. Wie geht so ein intelligenter und analytischer Mann wie du mit Lob oder Kritik um?

Jonas: Höre ich da etwa einen Hauch Sarkasmus heraus? (lacht) Ist schon gut, Ehrlichkeit klingt selten freundlich oder glaubhaft. Und vermutlich wirst du mir auch nicht glauben, dass ich nicht das geringste Problem mit Kritik habe, solange sie begründet und angebracht ist – was sie leider sehr, sehr selten ist. Da ich wiederum kein eingeschüchterter Teenager bin, nehme ich unangebrachtes Verhalten nicht einfach stumm hin, sondern widerspreche dem Kritiker und weise ihn auf seinen Denkfehler hin. Leider kann das zu einem Streit führen, wenn man impulsive Menschen vor sich hat – aber es wäre doch feige, ein Wortgefecht nur deshalb verloren zu geben, weil der andere die lautere Stimme hat. Das Sprichwort „Der Klügere gibt nach“ wurde von einem sehr, sehr dummen Menschen erdacht.

Beyza: Vestehe. Lass mich raten: Mit Lob hast du keinerlei Probleme?

Jonas: Warum sollte es mich stören, wenn jemand die Wahrheit ausspricht?

Beyza: Das stimmt natürlich, wie konnte ich fragen? (lacht) Als du von einem dir unbekannten Wesen entführt wurdest, hast du einen kühlen Kopf bewahrt und fast im Alleingang das das fremde Schiff übernommen. Wie schafft man so etwas? Hast du vor gar nichts Angst?

Jonas: Ich habe ständig Angst, vor allem in Gefahrensituation. Es ist evolutionär, seinen Tod zu fürchten – weshalb ich ja in Gefahr ruhig bleibe: Das steigert die Überlebenschancen enorm. Aber wenn es dir darum geht, welchen Tod ich am meisten fürchte: eindeutig das Weltall. denn ich kann mir nichts Grausameres vorstellen. Der menschliche Körper kann fast eine Minute im All überleben, zum Glück tritt aber zwischen 15 und 20 Sekunden die Bewusstlosigkeit ein. Aber diese 15 Sekunden sind … qualvoll. Der Unterdruck bringt das Blut zum Kochen und fühlst dich, als wärst du in einem Ofen gefangen. Sollte mich je ein Feind in der Luftschleuse rausblasen und ich hab noch meine Waffe – ich würde mich ohne zu zögern erschießen.

Beyza: Und außer einem qualvollen Tod fürchtest du nichts?

Jonas: Die wenigsten Menschen sind gern lange allein, da geht es mir nicht anders. Ich mag es nicht, wenn mein Raum still ist, und ich finde Vorstellung fürchterlich, dass er für sehr lange Zeit so ruhig bleiben könnte.

Beyza: Ist das ein Aufruf, dass einer der begehrtesten Junggesellen der Galaxis sich binden möchte? Liebe Männer da draußen, ihr habt es gehört!

Jonas: Ganz sicher nicht! Wobei … auf eine Bewerbung mit einem Ganzkörperbild würde ich zumindest einen Blick werfen. (lacht)

Beyza: Ja, das kann ich mir vorstellen! Und was würde ein Ganzkörperbild von dir offenbaren? Wenn wir jetzt mal ganz oberflächlich sind: Was hast du vorzuzeigen? Und was würdest du an deinem Körper gerne ändern?

Jonas: Das ist doch das Wunderbare an unserer Zeit: Alles ist änderbar. Ob nun plastische Chirurgie oder eine Gen-Therapie: Wenn mich etwas an meinem Körper stören würde, würde es mich nur ein paar Skifs kosten – und es wäre geändert. Nehmen wir meine Narbe an der Unterlippe zum Beispiel: Ich glaube kaum, dass ein Eingriff länger als eine halbe Stunde brauchen würde. Dass ich sie dennoch behalte, heißt also, dass ich sie auch haben will. Denn sie erinnert mich an etwas sehr Wichtiges.

Beyza: An was denn?

Jonas: Wie bedeutend Schmerz sein kann.

Beyza: Gibt es dazu auch eine Geschichte?

Jonas: Natürlich. Aber die werde ich hier nicht erzählen.

Beyza: Oh, ein Geheimnis? Hast du noch mehr, von denen keiner weiß?

Jonas: Viele.

Beyza: Und wirst du eines davon mit uns teilen?

Jonas: Dann wäre es ja kein Geheimnis mehr. (lächelt)

Die anderen Interview-Teile

Teil 2: Soziales Umfeld

Teil 3: Vergangenheit & Zukunft

[1] An den lieben Menschen, der diese Aktion ins Leben gerufen und die Frage-Bilder gebastelt hat: Ich habe wirklich versucht, herauszufinden, wer du bist. Da aber auf sehr viele verschiedene Menschen verwiesen wird, von denen die Bilder angeblich stammen sollen, habe ich es nun aufgegeben. Bitte melde dich doch bei mir, wenn du hier gern deinen Namen lesen möchtest, das hole ich sehr gerne nach 🙂

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